Thüringer Sport goes Olympia

Shownotes

In der allerersten Folge des neuen Podcasts des Landessportbundes Thüringen tauchen wir ein in die Welt der Thüringer Spitzensportler, sprechen über Motivation, Rückschläge, große Ziele und natürlich über die Olympischen Winterspiele 2026 in Milano Cortina. Gastgeber Tino Böttcher begrüßt dafür gleich zwei außergewöhnliche Athletinnen und Athleten: Skeleton-Superstar Christopher Grotheer, Olympiasieger und vielfacher Weltmeister, sowie Skilangläuferin Helen Hoffmann, die sich mit beeindruckenden Leistungen für einen Platz im Olympia-Team empfiehlt.

Christopher Grotheer spricht offen über die intensive Vorbereitung, sein geändertes Training, mentale Stärke, Materialentscheidungen und darüber, wie er mit Enttäuschungen umgeht. Er erzählt, was Olympia für ihn bedeutet – vor allem mit Familie im Gepäck – und warum das Ehrenamt im Sport für ihn so wichtig ist.

Helen Hoffmann gibt Einblick in die Welt des Nachwuchs-Leistungssports, erzählt von ihren Chancen auf die Qualifikation, von der Faszination des Skilanglaufs und von der Unterstützung, ohne die Spitzensport im jungen Alter nicht möglich wäre.

Abgerundet wird die Folge durch die LSB Sprint News mit Hauptgeschäftsführer Thomas Zirkel, der die Thüringer Sportlerwahl 2025 vorstellt – mit einer neuen Kategorie: „Ehrenamtliche des Jahres“.

Ein Podcast über Leidenschaft, Hingabe, olympische Träume und die Menschen, die den Sport in Thüringen jeden Tag bewegen.

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Transkript Folge 1:

Podcast_LSB_Folge_01:

Und wir sind hier zur allerersten Folge dieses nagelneuen Podcasts, stellt sich natürlich als erstes die Frage, warum macht der Landessportbund einen Podcast? Und wer könnte uns das besser beantworten, als der Hauptgeschäftsführer Thomas Zörkle. Herzlich willkommen! Vielen Dank für die Einladung und auch die Möglichkeit, unsere Themen hier in dem Podcast zu präsentieren und einer Öffentlichkeit auch vielleicht auf neuen, modernen Wegen die Vielfalt, die Breite, die Erfolge, manchmal vielleicht auch die Niederlagen, die im Thüringer Sport Tag für Tag, Woche für Woche in den Sporthallen und auf den Platzplätzen stattfinden, zu transportieren.

Und ich glaube, auch einer Sportorganisation steht es gut an, ab und an mal neue Wege zu gehen. Ich würde sagen, worum es heute gehen wird, wir werden uns ein bisschen fokussieren auf die olympischen Winterspiele im Februar und ich mag einfach diese Orte sehr gerne, Milano, Cortina.

Da haben wir sehr, sehr tolle Interviewgäste, wir haben den deutschen Skeleton-Giganten Christopher Grottier und wir haben die Skilangläuferin Helen Hoffmann zu Gast, mit den beiden werden wir gleich sprechen. Und Thomas Zörkle, wir hören uns auch am Ende nochmal des Podcastes mit den aktuellen News.

Um was wird es da heute gehen? Wir blicken an der Stelle nochmal zurück, nämlich auf das Sportjahr 2025 und wir starten gerade die Wahl zur Sportlerin, zur Sportler, zur Mannschaft und zum Ehrenamtlichen des Jahres und das wollen wir nochmal vorstellen. Das alles nach den Talks mit Christopher und Helen, also los geht's! LSB mit sportlichen Grüßen, der Talk! LSB mit sportlichen Grüßen sagen wir willkommen, Christopher Grottier! Herzlich willkommen! Olympische Winterspiele, nächstes Jahr in Milano-Cortina, wie gut ist mittlerweile dein Italienisch? Da habe ich jetzt weniger trainiert, also ich habe eher so den Körper trainiert, dass die Leistung dann passt, weniger die Sprache, aber ich freue mich sehr, italienisches Essen, das gefällt mir schon mal ziemlich gut, vielleicht kommt es noch, wenn ich vor Ort bin mit der Sprache.

Gerade jetzt stelle ich mir vor, während des Wettbewerbs, wo ihr ja alle, glaube ich, eisenharte Disziplin zeigen müsst, gerade mit Essen und so weiter, wie ist das? Du bist in einem Land, voll von Pizza, Pasta, Vino und freust dich auch drauf, aber du bist ein Spitzenathlet, wie ist das gerade bei Olympischen Spielen, du hast ja schon einmal mitgemacht. Naja gut, im Olympischen Dorf hast du da eine riesen Mensa, also wenn es so ist wie in Pyeongchang oder in Peking, hast du eine riesen Auswahl, bei mir ist es aber eigentlich meistens dann doch eher immer so Hähnchen mit Salat geworden, vielleicht ein paar Kohlenhydrate, war trotzdem ziemlich eintönig, mal schauen, wie es dann in Italien ist, aber so der Fokus ist dann schon immer bis zum Wettkampf und dann danach.

Dann seid ihr ja noch ein paar Tage vor Ort. Genau, da kann man richtig schlemmen dann.

Aber das wäre tatsächlich meine nächste Frage gewesen, wie laufen denn die sportlichen Vorbereitungen und was mich dabei noch interessiert ist, wenn sie es tun, wie unterscheiden die sich von Vorbereitungen auf andere Wettbewerbe, wie WM oder Weltcup, also erstmal, wie läuft's? Es läuft gut, ich bin sehr, sehr gut durch die Vorbereitungen gekommen, bin auf einem echt guten Stand, nochmal deutlich besser als letztes Jahr und da vielleicht gleich auf die zweite Frage, Olympia ist natürlich was ganz Besonderes, ich sag mal, WM hast du dann doch jedes Jahr wieder und natürlich ist es auch was Besonderes, dann dabei zu sein und man versucht natürlich im Training 100% zu geben, aber ich bin jetzt schon so lange dabei, vielleicht fehlen dann ab und zu mal 1-2%, die man dann in der Olympiasaison wirklich komplett noch rausholen will, ich habe ein paar Sachen umgestellt, Ernährung nochmal angepasst, bin da sehr zufrieden, habe nochmal im Training ein bisschen was mit meinem Trainer verändert und ich bin sehr, sehr zufrieden, wie der Iststand ist und ich glaube, dass wir eine sehr, sehr gute Grundlage geschaffen haben, um dann auch im Winter erfolgreich zu sein. Ohne jetzt in die geheime Trickkiste reinschauen zu wollen, aber was sind denn nach all der Zeit, die du beim Skeleton jetzt schon dabei bist, was sind denn dann so Stellschrauben mit Blick auf sowas ganz Besonderes wie Olympia, isst du dann 5 Gramm mehr oder weniger und machst dann einen Klimmzug mehr oder weniger, also wie können wir uns das vorstellen? Ich habe eigentlich relativ zeitig schon in der Vorbereitung angefangen, nochmal so eine Zellmessung zu machen, dann Körperfettmessung, da so einen Iststand dann genommen und dann haben wir ein bisschen die Ernährung angepasst, ich war in den letzten Jahren etwas zu kohlenhydratarm, deswegen war wahrscheinlich auch manchmal so in der Trainingseinheit dann die Energie nicht mehr da, das haben wir umgestellt, Zwischenmahlzeiten eingeführt, damit bin ich sehr, sehr zufrieden, ich kann einfach jetzt im Training besser die Intensitäten, die Qualität hochhalten, das ist schon sehr, sehr gut und ich habe letztes Jahr einen Trainer gewechselt, das ist natürlich auch so ein Prozess, man lernt sich kennen, man lernt so das Training kennen und ich war schon zufrieden, aber es war auf jeden Fall Luft nach oben und ich bin dann immer sehr, sehr objektiv, nach der Saison haben wir uns zusammengesetzt, ich habe das für mich so ein bisschen ausgewertet gehabt vor dem Gespräch, dann haben wir einfach ganz offen drüber gesprochen, ich habe so meine Vision aufgezeigt und das hat einfach so mit meinem Trainer auch übereingestimmt, dass wir da in den nötigen Stellschrauben nochmal drehen, so ein bisschen Umfang, was für Kraftübungen, Intensitäten, dass wir das ein bisschen anfassen müssen und da bin ich sehr zufrieden.

Aber so was so Bewegungsabläufe und ähnliches betrifft, de facto bist du ja immer noch derselbe Mensch, also was kann da ein neuer Trainer für Impulse setzen? Bewegungsmuster würde ich auch sagen, sind eigentlich schwierig zu ändern, vor allem wenn man in dem Alter ist, dann wird man natürlich koordinativ wird es immer schwieriger, dann auch nochmal Sachen zu verändern, vor allem nach den ganzen Jahren, die ich jetzt schon dabei bin, aber für mich ist auch Stillstand ist halt Rückschritt und deswegen will ich mich immer weiter verbessern, aber im Krafttraining neue Übungen, vielleicht so ein bisschen die Schwerpunkte anders gesetzt, vielleicht beim Laufen auf einen bestimmten Technik Schwerpunkt besonders geachtet, wo man in den letzten Jahren nicht so drauf geachtet hat, neue Trainingsmittel eingesetzt. Klar, ich hatte sehr, sehr viele erfolgreiche Jahre, aber ich war dann einfach so 2000 war das 2024, war ich dann einfach an so einem Punkt, wo ich dann gesagt habe, ich möchte was verändern, ich kann es mir jetzt so nicht vorstellen, dass ich zwei Jahre so weitermache bis zur Olympia und habe den mutigen Schritt gewagt letztes Jahr, hatte eine super Saison Eröffnung, habe da die ersten vier Weltcups gewonnen, habe mich dann leider verletzt und ich glaube an den Weg und der Weg endet dann in Cortina.

Da sind wir sehr gespannt, wer das auch verfolgen, weil ich komme ursprünglich aus der Tennis Richtung und da sage ich Okay, ein neuer Trainer, der kann einfach die Taktik ändern, der kann sagen, du musst mehr ans Netz gehen, du musst deine Rückhand mehr als Slice spielen oder wie viel Taktik gibt es denn beim Skeletten, weil ich sehe dich immer nur in einer irrsinnigen Geschwindigkeit durch diesen Kanal sausen. Kann man da taktisch im Anlauf oder beim Steuern irgendwas beeinflussen? Eigentlich nicht.

Also in der Bahn würde ich sagen, da kann man wirklich taktisch gar nichts machen, vielleicht ein bisschen defensiver, aber das bin ich gar nicht beim Fahren. Mag ich nicht so in so einer defensiven Rolle.

Ich bin dann eher so angriffslustig. Das ist für mich auch mental wichtig.

Ja, aber so von der Trainingssteuerung klug trainieren, das glaube ich, ist mir schon oftmals auf die Füße gefallen, dass ich so ein bisschen zu ehrgeizig war und dann mit dem Kopf durch die Wand wollte. Ich wollte es erzwingen, das ging dann meistens nach hinten los mit irgendeiner Verletzung oder dass ich mich dann in irgendein Loch gegraben habe.

Und da hilft mir der Trainer schon sehr und einfach auch so die menschliche Komponente, die ist auch sehr, sehr wichtig. Und da sind wir auf Augenhöhe und es ist ein sehr harmonisches Arbeiten.

Dann war es bestimmt die richtige Entscheidung. Kommen wir zurück zur Olympia.

Wir können jetzt Milano Cortina. Ich liebe diesen italienischen Namen.

Den können wir jetzt nicht direkt mit den olympischen Winterspielen in Peking 2022 vergleichen. Wegen Corona, da gab es ja kein bis kaum Publikum.

Was erwartest du dir nächstes Jahr in Bella Italia? Gute Frage. Ich erwarte einiges, muss ich wirklich sagen, weil das war auch nach 2022 der große Anreiz, doch weiterzumachen, olympische Spiele noch mal mit der Familie zu erleben.

Das ist schon was ganz Besonderes. Familie war in Pyeongchang nicht dabei, in Peking sowieso nicht.

Und deswegen ist es jetzt noch mal was Besonderes mit Ehefrau, mit Kind. Deswegen möchte ich das unbedingt noch mal erleben.

Und ja, das war einfach jetzt auch so in den letzten vier Jahren noch mal die Motivation, weil vier Jahre ist eine ganz schön lange Zeit. Man denkt dann immer so, naja, komm, man macht noch mal einen Olympia Zyklus.

Aber dann merkt man eigentlich, ui, das ist echt ganz schön lang. Und das ist halt von Jahr zu Jahr schauen.

Nach zwei Jahren hatte ich noch mal mit dem Doppel-WM-Titel bei der Heim-WM war ich so an dem Punkt, mache ich es jetzt so weiter? Okay. Und dann aber habe ich auch gedacht, na ja, jetzt für ein Jahr oder so, das lohnt sich nicht.

Wenn dann 26 das große Ziel. Ich freue mich sehr darauf.

Wenn du als Athlet bei solchen großen Wettkämpfen bist, ist es jetzt mal völlig wurscht, ob das jetzt Olympia ist oder die WM oder ein Weltcup-Rennen. Du bist in so vielen Ländern schon gestartet.

Was kriegst du als Athlet vom Land, von den Menschen, von der Kultur? Kriegst du da überhaupt etwas mit? Ja, man kriegt schon was mit. Also ich gehe nicht komplett mit Scheuklappen aus dem olympischen Dorf und dann nur zur Bahn.

Aber ich dachte, du bist dann so eingetaktet mit den Trainingsplänen und so, dass da wirklich kein Millimeter Luft ist. Ja, es ist schon alles sehr strukturiert und schon alles, ja, sag ich mal so durchgetaktet, dass man eigentlich nicht viele Möglichkeiten hat, dass ich jetzt dann noch mal an die chinesische Mauer bei Olympia gefahren wäre oder so, das haben wir jetzt dann bei den zwei Weltcups, die danach waren, haben wir das nachgeholt.

Das war sehr, sehr schön. War ein tolles Erlebnis.

Aber man kriegt natürlich schon auch ein bisschen was von der Kultur mit, von den Volontiers. Ich finde, die strahlen immer sehr viel positive Energie aus, die die an der Bahn sind.

Das ist immer sehr, sehr schön zu sehen, wie die unterstützen und ja, wie die einfach dafür brennen. Es ist halt oftmals, sag ich mal, vergleichbar bei uns mit dem Ehrenamt zum Beispiel, was auch da für eine positive Energie herrscht.

Wie viel die Leute einem geben als Sportler, wissen sie, glaube ich, manchmal selber gar nicht. Ich nehme da so viel, so viel mit, finde es einfach schön.

Und wenn man dann bei so vielen Weltcups dann Jahr für Jahr immer wieder die gleichen sieht und man unterhält sich mit denen und man merkt, dass die glücklich sind, irgendwie einen Teil dazu beizutragen, dass man erfolgreich ist, ist das ja sehr schön. Wie sehr beschäftigen dich oder setzt du dich auseinander mit Rahmenbedingungen bei so einem Wettbewerb? Also bleiben wir mal bei Milano, Cortina.

China war vielleicht die Politik. In Italien ist, habe ich so mitbekommen, wird vor allen Dingen die Nachhaltigkeit so ein bisschen kritisiert oder ein bisschen arg kritisiert.

Wie viel kriegst du davon überhaupt mit? Also ich kriege schon was mit. Es geht natürlich nicht spurlos in einem vorbei.

Aber ich muss sagen, wenn ich dann vor Ort bin, das war auch in China so. In China war es schon extrem bei den Corona-Spielen.

Ich wollte halt meinen Job machen. Ich wirklich, ich war da und habe mich auch selber so ein bisschen isoliert.

Wollte mich da auf keinen Fall irgendwie anstecken, weil da kannst du ja in der Form deines Lebens sein. Bist dann positiv und dann kannst du da leider nicht an den Start gehen.

Das war mir extrem wichtig. Und ja, also ich versuche dann schon vor Ort so fokussiert zu sein, dass diese Rahmenbedingungen oder diese äußeren Bedingungen nicht irgendwie auf mich einwirken.

Ist manchmal nicht so einfach, aber ich bin halt dort, um meinen Sport zu machen. Will erfolgreich sein.

Ich habe dafür vier Jahre trainiert, acht Jahre. Wenn man das mal, wenn man so die ganze Karriere sieht und ich möchte mir das halt nicht irgendwie kaputt machen lassen.

Wenn es mal nicht so läuft, weil jetzt Lake Placid Platz 7, was ja immer noch eine sensationell gute Platzierung ist. Weißt du selber schon, wenn du unten angekommen bist, was du auf der Bahn falsch, sage ich jetzt mal als Laie, falsch gemacht hast, was schlecht gelaufen ist? Was heißt das aus Niederlagen mehr mitzunehmen als aus Siegen? Das Lake Placid ist ein gutes Beispiel, weil das war jetzt so diese Saison schon, sage ich mal, die größte Enttäuschung mit der Weltmeisterschaft.

Ich wusste vorher schon, dass es schwierig wird. Vor allem auch mit der Verletzung, die ich hatte, wusste, dass ich nicht ganz so bei 100 Prozent bin, habe aber wirklich das Bestmögliche rausgeholt.

Und noch ein großes Dankeschön an meinen Trainer. Ich glaube, dass wir aus den Rahmenbedingungen dann schon wirklich das Beste rausgeholt hatten, auch was so die Startleistung angeht.

Und ich wusste auch vor Ort Okay, ich kann ja nichts ändern. Ich habe jetzt alles investiert, bin Vollgas im Training ans Limit gegangen und das Bestmögliche rausgeholt.

Deswegen wusste ich Okay, ich muss es jetzt so akzeptieren. Und in der Bahn, das hat mich halt am meisten geärgert.

Habe ich es halt nicht geschafft, das zu zeigen, was ich eigentlich kann. Ich würde mich gar nicht so ärgern, wenn ich siebter werde und habe super Fahrten gemacht.

Und ich weiß, mehr ist nicht drin gewesen. Aber ich habe einfach schlechte Fahrten gemacht.

Werd siebter mit drei Zehntel oder zwei Zehntel Rückstand auf Platz zwei. Das hat mich halt schon sehr, sehr gewurmt.

Die Läufe gucke ich mir dann gar nicht groß an, weil ich halt ich weiß, wie es sich angefühlt hat und ich weiß eigentlich schon wirklich im Ziel. Ah, okay, daran lag es.

Und das war der Punkt, der nicht gepasst hat. Und Lake Placid war eine Riesen Motivation, muss ich wirklich sagen, weil ich habe mich dann so zu dem Zeitpunkt körperlich wieder gut gefühlt.

Also ich hatte halt durch die Verletzungen, die da vor Weihnachten war, die ganze Zeit reingehört. Geht's? Geht's nicht? Dann sage ich mal ein ganz gutes Level erreicht.

Und dann bei der WM wusste ich Okay, es geht wieder. Wenn dann gefühlt die Saison noch mal vier Wochen länger gewesen wäre, hätte es vielleicht auch anders ausgesehen.

Und deswegen habe ich dann auch nur zwei Wochen Pause gemacht oder so, zweieinhalb Wochen Pause nach der Saison. Und habe dann gesagt Ich will jetzt den guten Stand nutzen, um weiterzumachen mit der Motivation der Niederlage, der Enttäuschung.

Und bin da sehr, sehr glücklich drüber, dass ich das so gemacht habe. Erkläre aber bitte noch mal einem Nicht-Leistungssportler, wie groß die Enttäuschung ist.

Wenn ich der Sieb-Beste in meiner Sportart Skeleton auf der Welt bin, gibt es dann unterhalb der Medaillenränge gar nichts mehr? Also ist es, glaube ich, gar nicht so an der Platzierung festzumachen. Ich glaube, mit der Leistung war ich auch mit einem Platz vier unzufrieden gewesen, weil ich einfach von meiner Leistung enttäuscht war.

Mache ich gar nicht so an der Platzierung fest. Und wenn es im Endeffekt Platz zwölf gewesen wäre.

Aber es war einfach so die Ansprüche und was man selber von sich erwartet. Wenn die halt nicht so passen, das macht einen dann schon traurig.

Und das enttäuscht einen, weil man ja auch weiß, was man reinsteckt und was man kann. Eine Enttäuschung könnte eventuell, weiß ich nicht, nur Spekulation, auch das Material gewesen sein, weil du bist bei der WM einen anderen Schlitten gefahren, von dem du dachtest, er sei besser als der davor und hast dann im Nachgang wahrscheinlich festgestellt, was war an dem Ding anders? Wir waren noch mal drei Wochen vor der WM, nee, vier Wochen vor der WM waren wir noch mal zu einem North Americas Cup dort, um noch mal zu testen.

Und da war die Bahn echt in einem katastrophal schlechten Zustand. Und da haben wir vier getestet.

Ich bin mit meinem Bestandsgerät gefahren und das war alles nicht gut. Und wir haben schon gesehen, da muss man sich noch mal ganz kurz erklären.

Auf was kommt es denn bei einem Skeletonschlitten eigentlich an? Na, ich würde sagen, die Lenkbarkeit, also Lake Placid ist halt eine sehr, sehr anspruchsvolle Bahn mit ganz schnellen Kurvenwechseln, ziemlich schlechten Eisbedingungen, also dass du viele Schläge in der Bahn hast. Also muss der Schlitten gut lenkbar sein, muss aber auch ein bisschen dämpfend sein, damit er die Schläge wegdämpft, damit es halt nicht so extrem aufs Gerät geht, weil dann dringt die Kurve mehr ins Eis ein.

Eiszerstörung, Eiszerstörung bedeutet, dass es langsamer ist, weil man halt mehr ins Eis eindringt und nicht drüber gleitet. Das sind halt alles so Punkte.

Und da haben wir, glaube ich, auch noch mal einen richtig guten Schritt gemacht. Und für mich war so der Aha-Moment bei der WM das Abschlusstraining.

Fahr ich sauschnell? Habe ich gedacht, jetzt endlich habe ich es, geil. Wenn ich da die Kurven und so fürs Rennen zurecht gemacht hätte, hätte ich Bahnrekord fahren können.

Also es war wirklich, ich dachte, okay, jetzt bin ich, jetzt bin ich voll on point. Und dann halt drei Tage später ist halt so ein Wetterwechsel gewesen.

Es war viel, viel wärmer, 15 Grad wärmer. Das war noch der bessere Tag.

Und dann am nächsten Tag ist es auf einmal wieder 20 Grad kälter. Der Wechsel war so krass.

Und ich habe mich einfach vom Material dann so schlecht darauf angepasst. Ging es aber gar nicht um Schlitten.

Der Schlitten war auf jeden Fall eine Verbesserung. Da bereue ich gar nichts.

Bin sehr, sehr dankbar, dass wir das so hinbekommen haben mit der FES, die da Tag und Nacht daran gearbeitet hat. Aber es waren dann einfach die Kurven, die nötige Sicherheit hat gefehlt.

Und dann macht das halt ganz schön viel im Kopf aus, wenn du dir unsicher bist beim Fahren auf so einer schwierigen Bahn. Und dann willst du noch angreifen.

Oftmals ist das eine ganz schlechte Kombination. Greifen wir das eine Beispiel noch mal raus, was wir gerade hatten, die Lenkbarkeit.

Wie lenkst du bei der Geschwindigkeit mit dem Kopf vorneweg? Wie lenkst du denn diesen Schlitten? Die einfachste Lenkbewegung geht eigentlich über den Kopf. Also wenn ich, wenn ich auf einer sehr langen Gerade fahre und gucke nach links, gehe vielleicht mit dem Kopf ein bisschen nach links, gehe ich natürlich aus dem Wind raus und dann fährt der Schlitten auch auf einen ganz langen Weg nach links.

Aber das ist wirklich dann so Feintuning. Das geht auch wirklich dann nur so auf langen Strecken.

Ansonsten über die Schulter kann ich eine Lenkbewegung einsetzen. Das meiste, was ich lenke, ist übers Knie.

Ich fahre eine Rechtskurve rein und will ein bisschen flacher reinfahren, muss ich ja stärker lenken. Dann drücke ich stark mit dem rechten Knie hinten auf die Lenkplatte, damit dann die Fräsung, kann man sich vorstellen wie ein Messer, dass das ins Eis greift, sich reinschneidet und dadurch dann nach rechts fährt.

Das ist eigentlich so, wie ich meistens fahre. Und ganz starke Lenkeinsätze macht man über den Fuß.

Die Schuhe sind dann abgetapet. Dann musst du vorher mit Klebeband drauf höhlen auf den Schuhen, damit du den nicht kaputt machst.

Und dann legst du dann den Fuß aufs Eis. Entsteht natürlich extrem viel Reibung, ist nicht so schnell.

Aber du kannst einen ganz starken Lenkeinsatz und ganz abrupt setzen. Sehr komplex, aber jetzt wissen wir wenigstens, dass du doch auch tatsächlich die Fahrt im Eiskanal tatsächlich beeinflussen kannst.

Ja, ich werde auch immer oft gefragt, ob ich mich einfach nur drauflege. Aber nee.

Gut, gehört schon ein bisschen mehr dazu. Also gibt es doch auch was wie Taktik, wie schnell fahre ich eine Kurve an? Also gibt es da auch nicht nur beim Tennis und beim Fußball so Taktik im Klassenzimmer? Gibt es definitiv auch bei Skeletons? Genau.

Eigentlich hat man einen Plan, wie man eine Kurve fahren will, wie so die Ideallinie ist, ob man vielleicht ein bisschen was riskanteres fährt, eine höhere Linie. Ja, stimmt schon.

Da war ich ja in Oberhof so beeindruckt bei dieser einen Kurve. Die war 304 Meter hoch und in der Höhe sausen die Athleten dann darunter.

Nur gehalten durch die Fliehkräfte. Das ist irre.

Wie fühlt sich das an, wenn man da durchballert? Ist schon ein geiles Gefühl. Kann man nicht anders.

Du hast vorhin von Achterbahn gesprochen. Achterbahn im Quadrat.

Ja, es ist wirklich wie Achterbahn fahren. Es ist unbeschreiblich.

Also wenn man dann, sag ich mal, so eine optimale Fahrposition hat, die Ideallinie hat, das ist einfach ein Wahnsinnsgefühl. Und wenn man dann, das ist eigentlich wirklich das beste Gefühl, wenn man eine richtig schwierige Stelle gut meistert und dann mit Geschwindigkeit rauskommt und weiß, dass man es optimal getroffen hat.

Ich wollte dir genau solche Gefühle in Italien wünschen, dass du ganz viele davon hast. Einer deiner Trainer, der hat mal gesagt Augen auf bei der Wahl der Sportart.

Angefangen hast du mit Skispringen, da bist du dick und zu schwer geworden. Warum dann Skeleton? Warum nicht das, zumindest damals noch etwas populärere Rennrodeln? Du hättest doch auf den Schlitten auch draufgehen können wie jeder andere.

Ich glaube, dafür wäre ich schon zu alt gewesen. Bei Rodeln fange ich ja wirklich deutlich früher an.

Von den Beinen, da bin ich schnell kräftig. Aber im Oberkörper bin ich echt nicht so schnell kräftig.

Und wenn ich teilweise sehe, wie weit ich einen Ball werfen kann, das wäre nichts geworden beim Rodeln. Also da brauchst du ja wirklich dann Schnellkraft im Oberkörper.

Die habe ich nicht so. Und dann bist du beim Skeleton gelandet und mit was? Mit Recht.

Gesamtweltcup-Sieger hast du auch schon tausendmal gehört. Siebenmal Gold bei WM, Gold bei Olympia.

Du hast auf jeden Fall, das haben wir in der Vergangenheit auch immer wieder gesehen, sehr viel dazu beigetragen, dass Skeleton gerade bei uns in Deutschland doch bekannter geworden ist, populärer geworden ist. Trotzdem gibt es ja immer noch weniger Sponsoren als in anderen Wintersportarten.

Wie gut oder schlecht kannst du von Skeleton leben? Also ohne die Polizei, also ich bin Behördensportler. Ohne die Polizei wäre es gar nicht möglich.

Da bin ich sehr, sehr dankbar, dass es, sage ich mal, so eine Behördenstruktur in Deutschland gibt. Ich glaube, da gibt es ganz, ganz viele Sportarten, die ohne den Arbeitgeber, ohne die Behörde nicht leben könnte.

Und deswegen bin ich da sehr, sehr glücklich drüber. Sponsorenmäßig hat sich es schon verbessert.

Ganz, ganz klar. Auf die letzten fünf Jahre betrachtet hat es auf jeden Fall einen Sprung gegeben.

Genau. Also die Entwicklung ist auf jeden Fall da.

Es können natürlich immer, immer mehr sein. Aber ich weiß nicht, ich will gar nicht zu kritisch sein oder so, weil ich bin froh einfach darüber, meine Leidenschaft zum Beruf machen zu können.

Und ich glaube, oftmals muss man sich wieder so ein bisschen basen, worum es eigentlich geht. Und ich glaube, dass wir da in Deutschland sehr, sehr glücklich sein können.

Du hast selber gesagt, so vom Alter her merkst du schon der Aufwand und so weiter. Ist das dann noch mal ein besonderes Gefühl, wenn du dir sagst, sind vermutlich dann eher die letzten olympischen Spiele oder liebäugelst du noch ein bisschen mit Frankreich 2030? Oh, muss ich sagen, da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht. 2030 ist schon ganz, ganz, ganz weit weg.

Wenn ich jetzt manchmal schon sehe, so körperlich, es wird nicht einfacher. Deswegen bin ich wirklich auch sehr, sehr froh, wie es dieses Jahr so gelaufen ist in der Vorbereitung.

Aber man merkt natürlich auch so die ganzen Jahre im Leistungssport. Ich glaube, es ist manchmal gar nicht so normal, dass ich 33 bin oder so.

Dafür glaube ich, bin ich schon sehr, sehr fit noch und habe auch wenig Wehwehchen. Aber so die ganzen Jahre im Sport und wenn man dann irgendwie mal eine Baustelle aufmacht mit irgendeiner Verletzung, das ist ja dann nicht irgendwann weg, sondern man schleift das ja eigentlich immer weiter mit.

Dann kommt vielleicht noch mal ein anderer dazu und dann wird es nicht einfacher. Was hat sich da in den letzten Jahren aus deiner Sicht getan? Du hast vorhin auch vom klugen Training zum Beispiel gesprochen, weil also Stars aus meiner Jugend wie Van Dendel, der kann nicht mal mehr Golf spielen.

Das ist, glaube ich, alles in der Hüfte ist künstlich. Boris Becker, zwei künstliche Hüftgänge, also die sind nach ihrer Leistungssport Karriere echt körperlich am Arsch.

Wie ist das bei dir? Hast du Sorgen, dass dann aus deiner Leistungssportzeit dich irgendwann mal was catcht, wenn du so 10, 15 Jahre weiter guckst? Oder ist das heute so, dass man da schon versucht vorzubeugen? Ja, ich würde schon sagen, dass man da auch vorbeugt. Und ich glaube, dass die Sportart vielleicht nicht dafür prädestiniert ist, dass man extreme Folgeschäden hat.

Natürlich bei uns ist der Nacken extrem beansprucht, weil da halt die ganz große Kraft dann in der Kurve wirkt. Aber ansonsten körperlich geht es mir gut.

Es wird natürlich sicherlich das ein oder andere mal ein bisschen zwicken, vor allem wenn dann einfach die Muskulatur, glaube ich, zurückgeht. Das ist halt oftmals so der Punkt.

Man ist halt jetzt voll im Saft und muskulär halt extrem gut aufgestellt. Wenn das natürlich dann irgendwann zurückgeht, denke ich mal, werden vielleicht dann hier und da mal die ein oder anderen Probleme kommen.

Dem kannst du entgegenwirken. Du kannst ja immer weiter trainieren, bis du 80 bist.

Es gibt auch eine dritte Sportart in deinem Leben. Du kickst auch gerne, habe ich gelesen.

Und willst nach deiner Skeleton-Karriere mal beim Altherren-Verein in deinem Ort nachfragen, weil jetzt ist klar, wegen Verletzungsrisiko ist immer so mit Parallelsportarten. Wir haben es im Fußball gesehen, beim Neuer, beim Skifahren, bumm, zack, Knie kaputt.

Welche Gedanken hast du dir noch gemacht, wie es nach Skeleton mit dir weitergehen soll? Nur sportlich oder auch beruflich? Beides. Beides.

Sportlich, ja, ich werde immer schon eingeladen zum Altherren-Fußball in Erlau. Ne, da werde ich auf jeden Fall mal vorbeischauen.

Da freue ich mich wirklich drauf. Ich freue mich, dass ich dann auch nach der Karriere mal Oberkörper trainieren kann, weil ich obenrum ganz schön schmal bin, immer ganz schön aufs Gewicht achten muss.

Deswegen werde ich mich da breit aufstellen. Crossfit finde ich ist eine coole Sache, aber ich glaube, es ist auch schwierig.

Ich glaube, wenn man dann mit dem Sport aufhört, ist es ja bei vielen so, dass sie dann erst mal so ein bisschen den Spaß am Sport verlieren. Ich hoffe, dass es bei mir nicht so ist, dass ich dann irgendwie so neue, neue Ziele finde, dass ich einfach trotzdem weiter es liebe, Sport zu treiben.

Und beruflich? Ich mache dir vielleicht auch extra Spaß, wenn man Sport mit der Familie machen kann und nicht, weil das so ein anderes Level ist. Da kann man auch am Strand mal Spiele spielen und im Wasser Dinge tun.

Und weiß der Geier was, wo man jetzt halt sagt, oh, da muss ich aufpassen, weil vorsichtig und so weiter. Das auf jeden Fall.

Aber ich muss sagen, ich bin halt irgendwie so Leistungssportler, dass wenn wir auch mal eine Fahrradtour oder so gemacht haben, dass ich halt schon ganz schön in die Pedale trete, weil das halt irgendwie so mein Leistungsanspruch ist. Muss die Frau das E-Bike nehmen.

Genau. Und beruflich? Ich möchte dann schon bei der Polizei bleiben.

Möchte gerne einen Aufstieg machen zum gehobenen Dienst und dann einfach beruflich auch so den nächsten Schritt gehen. Wenn ich dann halt im Sport nicht mehr so meine Ziele habe, möchte dann schon gerne beruflich zielorientiert.

Dann sage ich mal in so einen neuen Lebensabschnitt starten. Okay, jetzt schauen wir als Letztes noch mal zurück zu sehr jungen Menschen, die gerne Sport machen, die sich auch Leistungssport vorstellen können, die aber noch unentschlossen sind.

Was würdest du jemals sagen, der Skeleten zumindest mit ins Auge fasst? Was ist das Besondere an Skeleten für junge Leute? Auf jeden Fall der Adrenalinkick mit 120, 130 km h, fünf Zentimeter über dem Eis, den Eiskanal runterzufahren, ist halt schon sehr, sehr beeindruckend, was ganz Besonderes. Und ich finde, der Reiz auch beim Skeleten ist einmal natürlich die Dynamik, dieser Adrenalinkick in der Bahn, aber halt auch diese Athletik, die man am Start braucht.

Ja, es ist einfach so diese Mischung. Man muss halt den Schlitten extrem schnell beschleunigen können.

Das Athletiktraining ist halt sehr, sehr reizvoll, da an seine Grenzen zu gehen, aber dann auch irgendwie so umzuswitchen, dass man ganz entspannt und ganz konzentriert auf dem Gerät liegt, in der Bahn so die Ideallinie sucht. Das ist auf jeden Fall der Reiz.

Das ist schon was ganz Besonderes und kann ich nur jedem empfehlen, das zu machen. Also für mich war die erste Fahrt war wirklich wie Achterbahn fahren, aber so, dass man auch selber steuern kann, wo man langfährt.

War auf jeden Fall ein unbeschreibliches Gefühl, sonst wäre ich nicht dabei geblieben. Deine abschließende Botschaft an alle, die diesen Podcast hören.

Einfach den Satz vervollständigen. Ich wünsche mir, dass Skeleton.

Ich wünsche mir, dass Skeleton noch größer wird, deutlich größer wird, dass mehr Nachwuchs gewonnen wird, dass einfach mehr Kinder, Jugendliche sich trauen, aufs Gerät zu steigen. Wir haben tolle Trainer in Thüringen, in Deutschland.

Und ich glaube, dass die den Kindern und den Jugendlichen sehr, sehr viel beibringen können. Und Sport ist einfach was ganz Besonderes.

Ich möchte es nicht missen und kann das nur jedem empfehlen. Könnte einer dieser Trainer in ferner, ferner Zukunft, weil du bist erst mal aktiver und wir freuen uns auf die olympischen Winterspiele in Italien, auch vielleicht ehrenamtlich Christopher heißen? Auf jeden Fall.

Also ich sage mal, ich habe so viel in meiner Karriere, in meiner Sportzeit profitiert von anderen, die so viel für mich gemacht haben. Für andere Trainingspartner gemacht haben.

Und ich möchte da einfach auch ein Teil zurückgeben. Das ist mir schon sehr, sehr wichtig.

Ohne Ehrenamt geht es nicht. Ich glaube, oftmals sieht man gar nicht, wenn man an der Bahn steht oder so und ist Betreuer, wie viel man gibt, weil halt alles ist so dynamisch und es zählt im Endeffekt immer nur der Erfolg.

Aber was man da mitgibt, auch die Werte, das ist unbeschreiblich. Und ich glaube, das vergisst kein Sportler.

Wir vergessen auch eines nicht, nämlich dir alles Erdenkliche Glück zu wünschen. Keine Verletzungen.

Eine Top Vorbereitung für Milano Cortina. Vielen Dank.

Vielen, vielen Dank. Wir bleiben sportlich.

Wir bleiben in Bewegung und wechseln jetzt vom Skeleton zum Skilanglauf und zu einer jungen Dame, die uns auch was über die Olympischen Winterspiele erzählen kann. Willkommen, Helen Hazel Hoffmann.

Helen, die Olympischen Winterspiele, unter anderem über die wollen wir quatschen nächstes Jahr in Milano Cortina. Wie stehen aktuell die Chancen, dass du dabei bist? Also aktuell? Ja, man kann es jetzt vor der Saison immer noch nicht sagen, aber ich kann es bloß mit der letzten Saison irgendwie ein bisschen vergleichen.

Vielleicht. Wir hatten jetzt gerade eben die ZLK in Oberhof.

Das musst du kurz erklären. Was ist das? Das ist die zentrale Leistungskontrolle.

Das ist einmal ein 5 Kilometer Crosslauf, dann Skihallen Sprint Freistil und noch ein Skiroller, auch Freistil Wettkampf. Ja, und da habe ich mich auf jeden Fall in allen drei Wettkämpfen verbessert.

Das hat auf jeden Fall gut gepasst. Und wenn ich jetzt allgemein die letzte Saison jetzt mir anschaue, habe ich ja auch die Quali eigentlich an sich geschafft mit zweimal Top 15.

Also gehe ich davon aus, dass es vielleicht jetzt diesmal wieder klappen könnte. Aber versuch mal, das Gefühl zu beschreiben.

Es könnte, es könnte nicht. Was ist das für ein Gefühl? Ja, eigentlich, das muss klappen.

Also anders funktioniert es nicht, solange ich gesund bin. Ja, das muss.

Okay, aber das ist schon stark, dass du da auch sehr überzeugt von bist, dass das funktioniert. Das Thema Olympische Spiele ist ja nicht ganz neu für dich.

Du bist schon beim Olympischen Jugend Festival in Sarajevo gewesen, bei den Olympischen Jugend Winterspielen in Lausanne. Ganz ehrlich, ist das was Besonderes? Weil ich meine, für dich ist doch ein Wettkampf ein Wettkampf, wo ich glaube, du wirst immer dein Bestes geben wollen.

Aber was ist der besondere Kick an Olympischen Winterspielen? Ja, also jetzt in Sarajevo, in Lausanne, da gibt es eben noch eine große Feier und am Ende gibt es auch eine Feier und zwischendurch, da gibt es immer Events und das ist halt schon ein bisschen größer aufgezogen. Diese Events lenkt es da nicht ab.

Da musst du mal dahin und da musst du mal dahin und da ist wieder ein Event und da ist einer, der gackelt und... Ja, an sich ist es schon stressig, aber es macht halt auch irgendwo Spaß, weil es ist was Neues, man ist mit seiner Gruppe dort.

Ja, das ist einfach schön. Jetzt gehen wir mal kurz weg von den Olympischen Spielen, weil wir wissen, jetzt klappt es sowieso bei dir.

Alles easy. Was ist für dich die Faszination an deiner Sportart? Ja gut, ich habe mich jetzt dafür entschieden, weil das eben bei mir in der Nähe war.

Das hat sich dann einfach ergeben. Ja, aber es ist halt sehr, sehr vielfältig.

Es ist nicht nur Klassisch, es ist auch Skating, verschiedene Distanzen, es ist Sprint, dann längere, kürzere. Das ist halt sehr unterschiedlich.

Auch das Training ist halt sehr vielseitig. Es ist jetzt ja nicht nur Skier anschnallen, loslaufen.

Im Sommer über ist ja jetzt mit Skifahren nicht so viel. Es ist ja Fahrradfahren, es ist Skirollern, es ist Laufen, es ist Schwimmen.

Es ist halt alles. Bei den Sachen, mit denen du dich im Sommer über Wasser hältst, was macht dir da am meisten Spaß? Was findest du am blödesten? Ja, allgemein das Sommertraining macht mir jetzt nicht so viel Spaß.

Bei mir ist halt schon eher nur das Skifahren. Aber man muss halt die Sachen im Sommer können und man muss sich darin auch verbessern.

Nur dann klappt es. Wenn du mit so jungen Jahren aber dann schon nach Oberhof gegangen bist und so weiter.

Wie viel Rückhalt von Freunden und Familie braucht es dafür? Das braucht es auf jeden Fall. Also gerade Motivation oder ich meine, das wäre ja langweilig, wenn ich es ja wirklich nur für mich mache.

Ich freue mich ja auch, wenn sich dann andere darüber freuen, dass ich gute Leistung gebracht habe. Oder auch gerade, wenn es mal gar nicht funktioniert hat, dass dann Familie, Freunde kommen und sagen, hier ist es nicht so schlimm.

Kann ja auch mal ein schlechter Wettkampf dabei sein. Also ja.

Wie gehst du denn allgemein mit Niederlagen um? Also was motiviert dich weiterzumachen? Du könntest ja auch jederzeit sagen, kein Bock mehr. Jeder schlechte Wettkampf kann vielleicht auch ein gutes Training sein.

Also man muss halt auch drüber wegsehen. Ich meine, es kann nicht jeder Wettkampf immer 100 Prozent gut laufen.

Du bist im Zoll Ski Team. Wie läuft das mit dieser Förderung genau? Wir haben ja auch viele breite Sportler, die uns zuhören.

Machst du dann nach deiner sportlichen eine andere Karriere dann beim Zoll? Oder wie ist das entstanden und wie läuft das konkret? Ja, ich habe mich da halt normal beworben, wie man sich halt bei einer Arbeit bewirbt, eben für dieses Zoll Ski Team. Ja, der Vorteil beim Zoll ist eben, dass ich die Ausbildung nach meinem Sport machen kann.

Also dafür habe ich eine Laufbahnprüfung geschrieben. Und ich finde es halt beim Zoll am praktischsten, dass ich mich eben auf meine sportliche Laufbahn jetzt erst mal konzentrieren kann und kann dann danach meine Ausbildung machen.

Kommen wir ganz kurz zum Schluss noch mal nach Milano Cortina. Es wird ja nicht passieren, falls doch da was schief gehen sollte.

Bleibst du dabei? Ja, schon. Also das ist jetzt, ich meine natürlich, man kann auch vorher krank werden oder man ist verletzt.

Dann ist das eben so. Dann muss ich eben noch mal vier Jahre warten.

Helen, wir drücken dir alle, alle Daumen. Vielen Dank, dass du hier gewesen bist.

Dankeschön. So, wir drücken natürlich allen Athletinnen und Athleten bei den olympischen Winterspielen die Daumen.

Ganz besonders natürlich denen aus Thüringen. Wir haben es am Anfang versprochen und versprechen, die Pflege wir zu halten.

Deswegen kommen wir jetzt zu den LSB Sprint News vom Landessportbund Thüringen. Und ich habe es anfangs schon angekündigt, dass wir es auch mal wieder hören werden.

Thomas Zörkle, Hauptgeschäftsführer vom Landessportbund, ist wieder am Mikrofon und hat es quasi übernommen von Helen Hoffmann, die ja unter anderem auch nominiert ist bei der Wahl zum Sportler Sportlerin des Jahres. Erzählen Sie uns erst mal allgemein was zur Sportlerwahl und zur Bedeutung.

Genau, das ist schon die 34. Auflage mittlerweile zur Thüringer Sportlerwahl.

Wir organisieren das gemeinsam mit der Stiftung Thüringer Sporthilfe und dem Thüringer Sportjournalisten Club. Und das Ziel ist es, die Sportlerin, den Sportler und die Mannschaft des Jahres zu wählen.

Das ist sozusagen das, was wir in den letzten Jahren auch schon gemacht haben. Und in diesem Jahr haben wir eine neue Kategorie für die Publikumsabstimmung, nämlich die Ehrenamtlichen des Jahres.

Nicht, dass es die in den letzten Jahren nicht auch schon gegeben hätte. Aber wir wollen auch das Thema Ehrenamt und wer dort alles sich dahinter verbirgt in der Öffentlichkeit präsentieren, zeigen und auch dann vor Ort mit der Goldenen Nacht des Thüringer Sports im April 2026 ehren.

Weil es aus unserer Sicht nicht nur um die Ehrung geht, sondern auch diese Menschen alle in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und im Vorfeld gab es schon diverse Anfragen.

Wer steht alles auf der Liste? Wie kommt man auf die Liste? Und wir merken, dass dieses Thema Sport und die Sportfamilie sichtbar zu machen, viele bewegt. Und deswegen sind wir auch froh, dass wir das auch auf diesem Kanal hörbar machen können.

Bleiben wir gleich bei dem Thema Ehrenamt. Welche Bedeutung hat das Ehrenamt für den Sport in Thüringen? Ohne Ehrenamt gäbe es keinen Sport in Thüringen.

Das kann man schlicht und ergreifend sagen. Fast alle, die im Thüringer Sport unterwegs sind, in den Vereinen, in den Verbänden und in den Kreisen Stadtsportbunden sind ehrenamtlich unterwegs.

Ich würde sagen 99 Prozent. Wir haben etwa 60.000 ehrenamtliche Funktionäre, angefangen von Trainern, Übungsleitern, Vereinsvorständen, Kampf- und Schiedsrichtern.

Aber wir haben eben auch, so schätzen wir etwa 120.000 Menschen, die sich ohne eine offizielle Funktion daneben noch ehrenamtlich engagieren. Und das zeigt schon, wie groß die Anzahl ist, aber wie breit auch das Engagement ist.

Vom Nachwuchs bis hin zum Leistungssport sind Menschen unterwegs. Und Sport verbindet, Sport motiviert und bewegt nicht nur tatsächlich, sondern auch im Ehrenamt ganz viele Menschen.

Jetzt können wir natürlich keine Online-Abstimmung mit 120.000 Menschen machen. Also wenn wir jetzt schon mal einen Insider hier haben, lassen Sie uns mal kurz hinter die Kulissen blicken.

Wer hat denn diejenigen, die jetzt nominiert worden sind in der Kategorie Ehrenamt? Wo kommen die her? Wer hat die auf die Liste gesetzt? Wer hat sie nominiert? Die drei Organisationen, die ich am Anfang genannt habe, Landessportbund, die Stiftung Thüringer Sporthilfe und der Sportsjournalisten-Club, sozusagen Fragen unter ihren Mitgliedern, erstellen vorher die Listen. Und da gab es eine Jury-Sitzung, wo dann eine abschließende Zehnerliste festgelegt wurde in jeder Kategorie.

Also die Sportlerinnen, den Sportler des Jahres, die Mannschaften des Jahres und neu die Ehrenamtlichen. Und das Publikum kann jetzt aus diesen vier Kategorien, aus diesen zehn Menschen oder Personen oder Gruppen pro Kategorie jeweils eins, zwei, drei auswählen für das Treppchen, so wie man das aus dem Sport kennt.

Die Online-Wahl läuft bis zum 15. Dezember unter www.thuringer-sporterwahl.de Und wir wollen den Rekord aus dem letzten Jahr, nämlich dass 10.000 Menschen abgestimmt haben, dieses Jahr gerne noch mal übertreffen.

Wir haben in diesem Jahr schon einen Mitgliederrekord gehabt im Thüringer Sport. 385.000 Menschen sind erstmalig im Thüringer Sportverein. Und jetzt wäre es natürlich ein tolles Erlebnis, wenn wir auch die Rekordbeteiligung aus dem Vorjahr übertreffen, nämlich mehr als 10.000, die abstimmen.

Und vielleicht hilft der Podcast ja auch, die Anzahl zu steigern. Dafür brauchen wir jetzt natürlich noch mal eine emotionale Botschaft, einen Wahlaufruf.

Warum sollten Thüringerinnen und Thüringer bei der Sportlerwahl des Jahres mitmachen und ihre Stimme abgeben? Ja, das ist natürlich jetzt schwer für mich so zu transportieren. Aber ich habe erlebt die letzten Jahre, wie toll das ist für die Sportlerinnen, aber auch für die Ehrenamtlichen, auf der Bühne zu stehen, zur goldenen Nacht des Thüringer Sports, diesen Preis überreicht zu bekommen und eben am Ende auch in ihrem Verein, in ihrer Mannschaft die entsprechende Anerkennung des Publikums zu spüren für das, was sie tagtäglich machen.

Alle, die dort sozusagen Erfolge einfahren, sich engagieren, die bewegen sich Tag für Tag, die sind Tag für Tag engagiert. Und schon die Nominierung auf diese Liste ist für viele eine große Auszeichnung.

Und deswegen wäre es jetzt noch mal besonders toll, mit einem breiten Publikumsvotum auch sozusagen Rückenwind für den Thüringer Sport zu geben. Und ich glaube, es macht auch Freude und Spaß für jeden, der sich damit beschäftigt.

Und deswegen ist es, glaube ich, eine doppelte Belohnung, dort reinzuschauen, mal zu schnuppern. Und vielleicht ist ja Ihr Verein oder Sie im nächsten Jahr auch mit dabei.

Also Leute, schaut rein, schnuppert auf thüringer-sportlerwahl.de. Wann erfahren wir die Sieger und wo werden die gekürt? Das ist Ende des Jahres.

Wir werden also vor Weihnachten noch die Ergebnisse bekannt geben in diesem Jahr und entsprechend auch in den Medien. Und ich denke auch, bestimmt im Podcast wird das noch mal ein Thema sein.

Und was ich auch schon feststelle, wie Sie es gerade gesagt haben, dass das Thema Ehrenamt halt eine immense Bedeutung für den Thüringer Sport hat. Und deswegen bin ich ganz überzeugt davon, dass wir noch viele tolle Möglichkeiten finden werden, hier in diesem Podcast das Ehrenamt auch richtig hoch leben zu lassen, entsprechende Gäste einzuladen.

Also so viel sei schon mal versprochen. Da machen wir mindestens eine Extra-Folge dazu hier in diesem Podcast, wo wir heute Premiere hatten und hoffen, dass es euch Spaß gemacht hat.

Vielen Dank, dass Sie da waren. Sehr gerne.

Vielen Dank auch.